Nach den Rekordjahren 2022/23 hat sich die Teuerung in Österreich zwar beruhigt – 2026 bleibt die Lage aber angespannt.

Verbraucherpreise

Die Oesterreichische Nationalbank erwartet für 2026 eine Inflation (HVPI) von rund 2,7 Prozent, für 2027 einen Rückgang auf 2,3 Prozent. Der Ende Februar 2026 ausgebrochene Nahost-Konflikt hat die Energiepreise deutlich nach oben getrieben: Der Ölpreis stieg von rund 70 auf etwa 100 US-Dollar je Fass, der europäische Gaspreis von 30 auf über 50 Euro je MWh. Bis Mai kletterte die Teuerung dadurch auf rund 3 Prozent; zum Jahresende wird ein Rückgang auf etwa 2,5 Prozent erwartet.

Konjunktur

Gleichzeitig wächst die Wirtschaft kaum: Die OeNB rechnet für 2026 nur mehr mit 0,5 Prozent BIP-Wachstum. Der Energiepreisschock dämpft Kaufkraft, Investitionen und Exportnachfrage – das spüren auch vorgelagerte und nachgelagerte Bereiche der Landwirtschaft.

Agrarpreise

Während Energie teurer wurde, gaben einzelne Weltmarkt-Lebensmittelpreise (etwa Kakao und Kaffee) nach. Für Betriebe heißt das: Betriebsmittelkosten (Diesel, Dünger) und Erzeugerpreise entwickeln sich weiter auseinander – Kalkulationen und Deckungsbeiträge sollten 2026 laufend aktualisiert werden.

Was das für Verträge bedeutet

Wertgesicherte Pacht- und Dienstverträge reagieren zeitverzögert auf die Inflation. Wer Verträge mit VPI- oder Agrarindex-Klauseln hat, sollte die Indexstände im Blick behalten – mehr dazu im Beitrag „Verpachten und Pachten 2026“.

Quellen: OeNB-Prognose 2026. Angaben ohne Gewähr.

Vertiefung: Modul „Der landwirtschaftliche Unternehmer“.