Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Flächen bleibt hoch – und damit auch der Druck auf die Pachtzinse.

Wo die Pachtpreise stehen

Laut Statistik Austria lag der durchschnittliche Pachtzins zuletzt (Erhebung 2024) bei rund 364 Euro je Hektar Ackerland und 257 Euro je Hektar Dauergrünland – jeweils mit steigender Tendenz. Die regionalen Unterschiede sind erheblich; in Gunstlagen Niederösterreichs und des Burgenlands liegen die Preise deutlich über dem Schnitt. Die nächsten offiziellen Zahlen (2025) erscheinen im Dezember 2026.

Pachtzinsabrechnung mit Wertsicherung

Viele Verträge sind mit dem Agrarpreisindex oder dem Verbraucherpreisindex wertgesichert. Die Anpassung folgt dem einfachen Schema: alter Pachtzins geteilt durch alten Indexstand mal neuer Indexstand. Beim Agrarindex (Basis 2020) lag der Jahresindex 2024 bei 131,5 nach 132,0 im Jahr 2023 – daraus ergab sich zuletzt sogar eine leichte Senkung. Angesichts der wieder anziehenden Inflation 2026 (siehe unser Beitrag zur Inflationsentwicklung) ist bei VPI-gesicherten Verträgen heuer erneut mit spürbaren Anpassungen zu rechnen.

Abrechnung nach Weizenpreis

Traditionell wird der Pachtzins vielerorts in Getreidewert vereinbart. Für die Ernte 2025 galten in Niederösterreich Akontopreise von 20,24 Euro je 100 kg Mahlweizen bzw. 21,93 Euro für Qualitätsweizen (inklusive Direktzahlungsanteil); die Nachverrechnung erfolgt je nach Abrechnungstermin im Herbst. Die Werte für die Ernte 2026 werden von der Landwirtschaftskammer im Herbst veröffentlicht.

Worauf beide Seiten achten sollten

Verpächter und Pächter sollten die Abrechnung gemeinsam nachvollziehen können: Welcher Index ist vereinbart, welcher Basisjahrgang, welcher Stichtag? Unklare Wertsicherungsklauseln sind einer der häufigsten Streitpunkte – hier zahlt sich ein sauber formulierter Vertrag doppelt aus.

Quellen: Statistik Austria – Landwirtschaftliche Pachtpreise, LK NÖ – Pachtzinsabrechnung. Angaben ohne Gewähr.

Vertiefung: Modul „Pacht- und GesbR-Verträge“.